Sterbeamme

Kommunikation „Was sage ich, wenn Wort fehlen?“ (Aufbaukurs für Sterbeammen/Sterbegefährten)

Beschreibung

Kommunikation will gelernt sein. Doch auch, wer gelernt hat, Fragen zu stellen und den Kontakt mit seinem Gegenüber aufzubauen und halten zu können, ist meist wenig darauf vorbereitet, in Krisen die richtigen Worte zu finden.

Trauernde und angehende Trauernde befinden sich in einem Ausnahmezustand. Es ist also nicht verwunderlich, dass die Betreffenden Gefahr laufen, in Isolation zu geraten – schon einfach deshalb, weil sich die Begleitungen eher auf die Sterbenden konzentrieren. In der Trauer des Abschieds fehlen uns schlicht und einfach die Worte, die Trost bedeuten können. Weder Floskeln, noch gedrechselte Worte haben jemals geholfen, Trauer in Hoffnung zu verwandeln.

Mit Verstorbenen Kontakt halten zu können, bedeutet, ein freies geistiges Weltbild entwickelt zu haben. Nur dann ist Kommunikation überhaupt möglich. In der modernen westlichen Welt wird jedoch gemeinhin nicht von einer geistigen Dimension ausgegangen, die einem solchen Kontakt zugrunde liegen muss. Das erschwert es für westlich sozialisierte Menschen ganz erheblich. Zusätzlich ist unsere jüdisch-mosaisch-christliche Prägung verantwortlich dafür, dass Kontakte zu einer geistigen Dimension unterlassen werden sollen.

Untersuchungen zeigen, dass fast alle Menschen „heimlich“ mit ihren Verstorbenen sprechen, wenn sie einen Friedhofsbesuch abstatten. Doch ein Gespräch kann es nur dann sein, wenn auf eine Frage oder Aussage auch eine Antwort erwartet wird. Andernfalls haben wir es maximal mit einem Monolog zu tun.

Kommunikation mit einem verstorbenen Menschen würde also bedeuten, dass der letzten Atemzug einen Einschnitt und eine Umorientierung einer gewohnten Beziehung bedeuten würde. Dann wäre der Abschied eine neu zu lernende Aufgabe für alle Beteiligten.

Spiritualität – wie sie zunehmend in der Sterbebegleitung gefordert wird – bedeutet nun einmal einen „Geist“ anzunehmen – an welchem Ort auch immer er sei.

Nur ein offenes Gespräch über den Tod zu führen, bedeutet noch nicht, dass es sich um „spirituelle“ Gespräche und Kommunikation handeln würde.

Im Kurs sollen Möglichkeiten aufgezeigt und entwickelt, wie Menschen in ihren Lebenskrisen mit Ehrlichkeit und Mitgefühl im Weiterdenken und Weiterhandeln unterstützt werden können. 

Wir werden auch die ersten Schritte in ein unbekanntes Terrain wagen, um zu erarbeiten, mit welchen Werkzeugen wir Kontakt aufnehmen und halten können. Dazu gehört neben dem geübten Umgang mit Symbolen auch der Mut, sich auf eine unbekannte Dimension einzulassen. Und letztlich ist es wichtig zu lernen, mit wacher Aufmerksamkeit den eigenen Alltag zu leben und dabei mögliche Zusammenhänge mit anderen Dimension gelten zu lassen. Erst dann ist es möglich – über jede kontemplative Technik hinaus – eine Beziehung zu Verstorbenen aufzubauen und zu halten.

Inhalte

  • Kommunikation und Besonderheiten in Gesprächen mit Angehörigen
  • Kommunikation und Besonderheiten in Beziehungen zu und mit Verstorbenen

Es gelten die gelernten Inhalte der Fortbildung zur Sterbeamme/zum Sterbegefährten

Dauer: 16 Std. (jeweils an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, 9.00 bis 17.00 Uhr und am Folgetag 9.00 bis 13.00 Uhr)
Mindestteilnehmer*innenzahl: 12 Personen 
 

Wir nehmen Bildungsgutscheine an.

Fortbildungspunkte laut Kriterien für beruflich Pflegende werden vergeben ID: 20091329